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Eigentlich gibt es drei Arten

den Hund zu füttern:

Trockenfutter Dosenfutter Rohfutter (B.A.R.F.) Jeder    muss    für    sich    selbst    entscheiden,    was    für    ihn    und    seinen    Hund    sinnvoll    ist. Empfehlenswert     ist     qualitativ     hochwertiges     Trockenfutter     oder     die     gewissenhafte Rohfütterung (B.A.R.F. = Biologisch Artgerechtes Rohes Futter). Bei   einem   Trockenfutter   sollte   gerade   im   ersten   Lebensjahr   darauf   geachtet   werden,   dass   es nicht   zu   viel   Rohprotein   (<24%)   enthält,   da   der   South   African   Boerboel   sehr   schnell   wächst und   das   Wachstum   durch   zu   viel   Rohprotein   nur   potenziert   wird.   In   dem   Fall   kommen   die Muskeln   und   Sehnen   mit   dem   Wachstum   nicht   hinterher,   die   Knochen   haben   keine   Zeit   sich zu    festigen    –    Wachstumsstörungen    oder    Gelenkprobleme    können    die    Folge    sein.    Am wirksamsten   und   sichersten   ist   die   Devise:   “großhungern”.   Leider   sind   Boerboelhalter   oft ungeduldig   und   füttern   zu   schnell   zu   viel.   Mit   Stolz   wird   dann   mit   7   Monaten   ein   Gewicht von bereits 58 kg präsentiert. Zu viel Masse belastet die Gelenke sehr. Als   Faustformel   gilt:   halbes   Jahr   Alter   entspricht   etwa   der   Hälfte   des   zu   erwartenden Gewichtes.   Das   bedeutet,   bei   einem   mittelgroßen   Rüden   kann   man   von   etwa   60   -   65   kg ausgehen   und   so   sollte   der   junge   Hund   mit   6   Monaten   nicht   viel   mehr   als      30   -   35   kg wiegen.   Mit   etwa   einem   Jahr   liegt   das   optimale   Gewicht   bei   etwa   80%   des   Endgewichtes,   in diesem Fall um die 50 kg. Erwachsen   ist   ein   Boerboelrüde   etwa   mit   30   bis   36      Monaten,   die   Boerboelhündin   etwas früher. Bei der Rohfütterung muss auf eine ausgewogene Ernährung besonderer Wert gelegt werden. Hierzu   sollte   man   sich   mit   den   unterschiedlichen   Inhaltsstoffen   auseinandersetzen,   damit   der   BB   auch   wirklich   die   Nährstoffe erhält, die er benötigt. Dosenfutter   wird   eher   selten   bei   dieser   Rasse   verwendet,   die   benötigte   Menge   wäre   wahrscheinlich   bei   hochwertigen   Produkten   zu kostenintensiv.

Wie nimmt der Hund sein Futter wahr?

Allgemein erfolgt die Nahrungsaufnahme in folgenden Schritten: Phase   der   Untersuchung   und   Identifizierung:   Der   Hund   bedient   sich   seines   Geruchssinns,   um   das   Aroma   der   angebotenen Nahrung zu erfassen, und seines Tastsinns, um die Temperatur zu erfühlen. Auswahlphase: Wiederum bestimmt der Geruchssinn die Vorlieben. Phase des Greifens mit dem Fang:  Hierbei nimmt der Hund die Größe, Form und Textur der Nahrung wahr. Zerkleinerungsphase:   Der   Geschmack   kommt   nach   dem   Geruch.   Die   Geschmackspapillen   übermitteln   Informationen   an   das Gehirn, wenn die Nahrung im Maul ist. Verdauungsphase:   Wenn   der   Hund   negative   Erfahrungen   mit   der   Verdauung   einer   Nahrung   gemacht   hat,   kann   er   eine   Abneigung entwickeln, die dazu führt, dass er die Nahrung meidet, wenn sie ihm erneut angeboten wird. Quelle: Cheney & Miller, 1997

Wie werden Nahrungsvorlieben festgelegt?

Nahrungsvorlieben   sind   das   Ergebnis   der   Wechselwirkungen,   die   zwischen   der   Nahrung,   dem Hund   und   seiner   Umgebung   bestehen.   Die   Akzeptanz   einer   Nahrung   variiert   je   nach   den Vorlieben eines Hundes und den Umgebungsbedingungen. * vor der Geburt Das   Geschmackssystem   des   Welpen   wird   kurz   vor   dem   Werfen   funktionsfähig   (Ferrel,   1984a). Es   reagiert   auf   bestimmte   Moleküle,   die   über   den   Kreislauf   zwischen   Muttertier   und   Föten   und das    Fruchtwasser    übertragen    werden    (Thorne,    1995).    Diese    vorgeburtlichen    Erfahrungen beeinflussen die späteren Vorlieben des Welpen (Doty, 1986). * nach der Geburt Die   Zusammensetzung   der   Muttermilch   besitzt   eigene   Geruchs-   und   Geschmacksmerkmale. Während   der   Säugeperiode   sind   es   die   löslichen   Substanzen   in   der   Fettmasse   der   Milch,   die   am ehesten    zu    Nahrungsvorlieben    führen.    Vor    dem    Absetzen    haben    Welpen    eine    natürliche Neigung ihre Mutter nachzuahmen, sie fressen am liebsten dieselbe Nahrung wie sie. * nach dem Absetzen Der    Besitzer    spielt    eine    sehr    wichtige    Rolle    beim    Anlernen    des    Fressverhaltens,    denn Gewohnheiten    werden    in    den    ersten    Lebenswochen    ausgeprägt.    Entscheidend    sind    die Grundregeln,   die   man   direkt   ab   dem   Einzug   des   Hundes   festlegen   und   beibehalten   sollte.   Dabei ist   es   wichtig,   dass   die   Beziehung   zwischen   Mensch   und   Hund   mehr   ist,   als   nur   die   des   Gebers und Empfängers von Nahrung. Der   Hund   ist   ein   soziales   Tier.   Sein   Verhalten   bei   der   Nahrungsaufnahme   bestimmt   seinen Status   in   der   Gruppe.   Bei   wilden   Hunden   (Wolf,   Schakal,   Kojote,…)   fressen   die   Alpha-Tiere zuerst,   während   der   Rest   zuschaut.   Wenn   sich   der   Rudelführer   entfernt,   legen   die   anderen Tiere   ein   gefräßiges   Verhalten   an   den   Tag:   Der   Wolf   kann   in   einer   einzigen   Mahlzeit   17   % seines   Körpergewichts   aufnehmen   (Young,   1944).   Ein   schwieriger   Hund,   der   erwartet,   dass man   ihm   beim   Fressen   zuschaut,   seine   Nahrung   sortiert   und   langsam   frisst,   verhält   sich   also unter Umständen wie ein Alpha-Tier. Ein    Hund    ist    zufrieden,    jeden    Tag    dieselbe    Nahrung    zu    fressen,    wenn    sie    seinem Ernährungsbedarf   gerecht   wird.   Wird   ein   Hund   scheinbar   seiner   Nahrung   „überdrüssig“,   liegt dies   oft   daran,   dass   er   einen   höheren   sozialen   Status   erreichen   will,   indem   er   dieselbe   Nahrung verzehrt wie sein Herr. Auf dieses Spiel darf man nicht eingehen.

Wie verdaut der Hund?

Eine   hochwertige   und   ausgewogene   Ernährung   ist   wesentliche   Voraussetzung   für   eine   optimale   Verdauung.   Besonders   große   Hunde haben   im   Vergleich   zu   uns   Menschen   eine   empfindliche   Verdauung.   Kleinste   Störungen   können   deshalb   Beschwerden   wie   Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung auslösen.

Gründe für eine empfindlichere Verdauung bei grossen Hunden:

Anatomische   Besonderheiten:   Im   Verhältnis   zu   ihrem   Körpergewicht   macht   der   Magen-Darm-Trakt   bei   großen   Hunden   nur 2,7%   des   Körpergewichtes   aus.Bei   kleinen   Hunden   hingegen   7,0%.   Der   relativ   kurze   Verdauungstrakt   weist   eine   höhere Sensibilität für Verdauungsempfindlichkeiten auf. Höhere   Durchlässigkeit   der   Darmwände:   Dies   hat   einen   vermehrten   Wassereintritt   in   den   Darm   und   somit   eine   höhere Kotfeuchtigkeit zur Folge. Erhöhte Fermentationsaktivität der Dickdarmbakterien mit der Folge von Blähungen.

Mögliche Ursachen für Verdauungsbeschwerden:

Es   gibt   zahlreiche   Ursachen,   die   Verdauungsprobleme   auslösen   können.   In mehr    als    80%    aller    Fälle    besteht    allerdings    ein    Zusammenhang    mit    der Ernährung, wie falsche Nahrung oder Fütterungsfehler. Auswahl   einer   schlecht   verdaulichen   Nahrung:   In   dieser   Nahrung   sind die   Nährstoffe   schwerer   zu   verwerten   und   in   der   Regel   nicht   so   gut verträglich. Es besteht Durchfallgefahr. Zufütterung:    Im    Zusammenhang    mit    einer    bereits    ausgewogenen Nahrung kann diese die empfindliche Verdauung erheblich stören. Zu     große     Nahrungsmengen:     Abwiegen     ist     wichtig,     um     eine Überfütterung    zu    vermeiden.    Zu    große    Mengen    überfordern    den Verdauungstrakt. Lagerungsfehler:   Trockennahrung   z.   Bsp.   sollte   trocken,   kühl   und   ohne direkte   Sonneneinstrahlung   gelagert   werden.   Dies   ist   wichtig,   um   die Qualität   und   Frische   der   Nahrung   zu   erhalten   und   Verdauungsproblemen vorzubeugen. Zu   schnelle   Nahrungsumstellung:   Für   eine   Nahrungsumstellung   sollte mindestens    ein    Zeitraum    von    einer    Woche    in    Anspruch    genommen werden. Mischen   verschiedener   Nahrungen:   Werden   verschiedene,   bereits   für sich   allein   genommen   ausgewogene   Nahrungen   gemischt,   so   kann   dies Verdauungsprobleme begünstigen. Wurmbefall: Bitte regelmäßig für Entwurmung sorgen. Stress:    Verdauungsprobleme    können    auch    durch    Stresssituationen ausgelöst werden (z. B. Ausstellung, Reise, Umzug)

Symptome von Verdauungsproblemen:

Mögliche   Symptome   von   Verdauungsbeschwerden   sind   Durchfall   und   /   oder Erbrechen.   Beides   schränkt   die   Nährstoffverwertung   ein   und   kann   in   der   Folge zu schlechtem Allgemeinbefinden, Hautproblemen, Teilnahmslosigkeit, Gewichtsverlust, Leistungsabfall führen.   Bei   länger   anhaltenden   Verdauungsproblemen,   besonders   wenn   die Ursachen ungeklärt sind, sollte der Tierarzt kontaktiert werden.

Was sollte bei der Ernährung vermieden werden?

Wölfe und auch Wildhunde lassen die Knochen der Beutetiere zurück! Sie   "wissen",   daß   Knochen   gefährliche   Verletzungen   im   Magen-Darm-Trakt verursachen   können   und   ferner,   da   sie   kaum   verdaulich   sind,   zu   schweren Verstopfungen   führen   köönen.   Unsere   Haushunde   "wissen"   das   häufig   nicht mehr    und    nagen    Knochen    nicht    nur    ab,    sondern    fressen    sie    ganz    auf. Deswegen    sollten    kaum    KNOCHEN    gegeben    werden!    Auf    gar    keinen    Fall gekochte Knochen. Bei    gebarften    Hunden    sind    hin    und    wieder    Hähnchenhälse    auf    dem Speisenplan, aber möglichst allein. Rohes    Fleisch    als    Futter    entspricht    zwar    der    natürlichen    Ernährung    des Wolfes,   birgt   aber   die   Gefahr,   daß   über   die   Nahrung   Krankheiten   übertragen werden,    insbesondere    Parasiten;    rohes    Schweinefleisch    ist    wegen    der möglichen    Übertragung    der    Pseudowut    (Aujeszkysche    Erkrankung),    einer unheilbaren   und   innerhalb   von   24   Stunden   tödlich   endenden   Virusinfektion, ungeeignet!

Möglichst meiden:

ausschließliche Fleischfütterung (führt zu schweren Mangelerkrankungen) rohes Schweinefleisch (s. o.) rein vegetarische Fütterung ungesäuerte Milchprodukte (Milch, Sahne) Vitamin A und - D Zusätze über Mengenempfehlungen hinaus Fettiges, Gewürztes, Heißes, Kaltes, Süßes für den Hund giftige Lebensmittel des Menschen: Kakao (Schokolade!), Zwiebeln, Avocado…

Was ist bei der Ernährung zu empfehlen?

Hunde sollten nicht ständig Zugang zum Futter (wohl aber zum Trinkwasser) haben, da sie dadurch übergewichtig werden. Es wird empfohlen, morgens und abends jeweils zehn Minuten Futter anzubieten. Vor   allem   bei   große   Rassen   sollte   die   Tagesration   des   Futters   möglichst   auf   zwei/drei   Portionen   verteilt   werden,   um   einer Überfüllung des Magens mit der Gefahr der Magendrehung vorzubeugen. Ferner   sollten   die   Hunde   wie   ihre   wilden   Artgenossen   nach   der   Mahlzeit   ca.   zwei   Stunden   ruhen,   zumindest   jedoch   nicht   toben.   Ein Hund braucht keine Abwechslung bei der Fütterung, ein Hirsch schmeckt auch immer gleich. Es   gibt   also   keinen   Grund,   ein   Futter   zu   wechseln,   was   bisher   gut   vertragen   und   gefressen   wurde,   es   sei   denn,   eine   spezielle   Diät ist aufgrund einer Erkrankung nötig.
South African Boerboel
aktualisiert am 16.10.2017
Ernährung oder Fütterung des Boerboel