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South African Boerboel

Kreuzbandriss

Jeder Hund kann einen Kreuzbandriss erleiden. Vorrangig betroffen sind jedoch die großen und schweren Rassen, wie etwa der Boerboel. (sehr häufig) Das Kniegelenk ist im Prinzip das Verbindungsglied zwischen Ober- und Unterschenkel sowie Kniescheibe. Die Kreuzbänder (je eins vorn und eins hinten) haben die Aufgabe, alles zu stabilisieren. Beim Menschen ist der Kreuzbandriss eine reine Sportverletzung. Beim Hund ist es eher eine chronische Arthrose mit Entzündung des gesamten Kniegelenkes einschl. Knorpel und Bänder. das Kreuzband wird durch verschiedene Faktoren langfristig „zerfasert“, bevor es bei einer eigentlich geringen Belastung zu einem Riss kommt . Inzwischen ist auch bekannt, dass eine steil stehende Gelenkfläche des Unterschenkels als Veranlagung für einen Kreuzbandriss zählt. In der Abbildung (rechts oben) ist die optimale Beinstellung grün markiert. Laut Rassestandard ist unten eine 45° Grad Winkelung wünschenswert und oben eine von 110° Grad. Die mittlere Beinstellung weicht bereits etwas von der gewünschten Norm ab, die rechte orangene Beinstellung trägt ein hohes Risiko für einen Kreuzbandriss.

Faktoren

Diese Faktoren begünstigen das Auftreten einer Kreuzbandschädigung: Überstrapazierung im Welpenalter genetische Veranlagung fehlerhafte Veränderungen im Skelett des Hundes Gelenkgesundheit der Hüfte Gewicht/Übergewicht des Hundes

Symptome

Der Hund lahmt plötzlich stark. Nach 2 bis 3 Wochen entspannt sich der Hund aber wieder und beginnt das Bein wieder zu belasten. Dann tritt plötzlich wieder eine dramatische Verschlechterung ein. Schwierigkeiten beim Aufstehen und Laufen auf drei Beinen nach dem Aufstehen sind ein Zeichen. Das Kniegelenk kann anschwellen. Entlastung des betroffenen Bein im Stand und seitliches abstrecken des Beins beim sitzen sind ebenfalls ein Indikator für Kreuzbandschäden, die für den Hund sehr schmerzhaft sein können. Es sollte in jedem Fall ein erfahrener Tierarzt (klinik) aufgesucht werden.

Diagnose

Mit einer klinischen Untersuchung, dem sogenannten „Schubladentest“, kann ein Defizit in der Stabilität des Kniegelenks innerhalb der Kreuzbänder festgestellt werden. Es gibt keinen direkten Nachweis per röntgen zu einem Kreuzbandriss, dennoch ist es vielleicht sinnvoll zu röntgen, um den vermehrten Flüssigkeitsgehalt im Gelenk mit dem anderen Kniegelenk zu vergleichen.

Behandlung und OP

Im Laufe der letzten 50 Jahre hat sich die Technik zur Behandlung deutlich verbessert. Es existieren im Prinzip 300 Methoden, um derartige Schäden zu reparieren. Man kann dabei in zwei Gruppen unterscheiden: operativer Ersatz des Kreubandes oder Änderung der Biomechanik des Kreuzbandes zur Stabilisierung ohne Ersatz Achtung: Sehr häufig tritt nach der „Reparatur“ des geschädigten Kniegelenkes dasselbe Problem am anderen Bein durch die Überlastung auf. Das heißt in der Regel, anderes Bein ebenfalls operieren und ausheilen lassen. gängige Methoden (siehe rechts), um den vorhandenen Schaden zu reparieren. ->

TPLO

(Tibial Plateau Leveling Osteotomy)

biomechanische Veränderung

Bedeutet in etwa, dass der Knochen durchtrennt (gesägt) wird, und mittels einer Lochplatte in einer günstigeren Position für das Kniegelenk wieder verschraubt wird. Dabei können Nerven und Gefäße beschädigt werden, was ein hohes Risiko für den Heilungsprozess bedeutet. Kosten ca. 1.500,00 € - 2.000,00 € + Kosten für Nachsorge, evtl. Komlikationen (Infektionsrisiko) und Psysiotherapie Dauer: 3 - 6 Monate

TTA

(Tibial Tuberosity Advancement) biomechanische Veränderung Auch hier wird ein Knochenschnitt vorgenommen, allerdings im nicht tragenden vorderen Bereich, der die abnorme Beweglichkeit des Kniegelenkes eindämmt. Durch die Hebelarmveränderung setzt unmittelbar nach der OP der erwünschte Erfolg ein. Kosten für einen Boerboel: ca. 1.500,00 € - 2.000,00 € + Kosten für Nachsorge, evtl. Komlikationen (Infektionsrisiko) und Psysiotherapie Dauer: 3 - 6 Monate

ThightRopeMethode

Es erfolgt eine Kapselraffung und einfügen eines Bandersatzes (ähnlich Kevlar), welches durch Bohrungen im Ober- und Unter-schenkel geführt und mittels Titananker fixiert wird. Dieser Eingriff wird minimal-invasiv durchgeführt und ermöglicht eine optimale Gelenkbeweglichkeit. Eher für kleine Hunde geeignet. Materialverschleiss möglich. Kosten ca. 500,00 € - 1.000,00 € + Kosten für Nachsorge, evtl. Komlikationen (Infektionsrisiko) und Psysiotherapie Dauer: ca. 3 Monate VetLig (Zlig) Neuartiger Totalersatz aus ultrahochmolekularem Polyethylen mit besonderer Struktur für das Kreuzband, der in den Knochentunneln verankert wird. Besonderheit: Der Hund kann unmittelbar nach OP wieder belastet werden. Die Lange Rekonvalenzzeit wie bei TPLO oder TTA ist nicht nötig. Kosten ca. noch unbekannt Dauer noch unbekannt
sehr gut		akzeptabel Risiko
Sehr sinnvoll ist eine Hundekrankenversicherung! Bitte auf die Bedingungen zu den Operationsmethoden achten.
aktualisiert am 04.08.2021